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Was wäre wenn…?

Was wäre Wenn

Hast Du Dich das auch schon mal in einer stillen Minute gefragt? Ich tue es immer wieder. Und ich staune darüber, wie alles gekommen ist. Je älter ich werde, desto dankbarer werde ich darüber. In meinem Leben habe ich unzählige Weggabelungen, Sackgassen, ja vielleicht sogar potentielle Endstationen passiert. Oftmals hatte ich keinen Einfluss auf den Ausgang dieser Situationen. War das alles…

„Schicksal“?

Ich glaube nicht! Seit meinem 20. Lebensjahr glaube ich nicht mehr an das Schicksal, sondern an Jesus Christus. Und wenn ich zurückblicke auf mein bisheriges Leben, dann kann ich immer wieder staunen.

Ich möchte Dir einen sehr persönlichen Einblick in ein paar Stationen meines Lebens geben und aufzeigen wie treu Gott für uns sorgt, selbst in Situationen die auswegslos erscheinen. Vielleicht ist es für Dich auch mal interessant in ein anderes Leben zu blicken. Ein Leben einer christlichen Familie. Vielleicht bringt es Dich auch zum staunen oder Nachdenken, ob wir dabei über Zufall, Schicksal oder vielleicht doch Gottes Führung sprechen.

Heute muss ich dabei etwas weiter ausholen und starte mit einer Generation vor mir:

Kapitel 1: „EXODUS“ – oder der Auszug ins gelobte Land

Meine Eltern zogen wie Suzi und ich 3 Kinder groß. Wir lebten in der damaligen DDR im Vogtland. Wohlbehütet und für damalige Verhältnisse in absolutem Wohlstand…nur eben „eingesperrt“.

Meine Eltern waren als Christen in der Kirche und eben bewusst nicht in der „Partei“ aktiv, und so waren wir ab 1974 auch schnell unter Beobachtung der Staatssicherheit. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass so etwas in unserem Land tatsächlich passiert ist.

Das Regime der SED startete Mitte der 80er dann einen kleinen Testballon. Die Bürger der DDR durften für einen kurzen Zeitraum einen offiziellen „Ausreiseantrag“ stellen. Ein cleverer Weg um die Querulanten und Abweichler im Volk zu identifizieren. Mein Vater musste nicht lange überlegen und stellte den Antrag, wohlwissentlich, dass dies auch negative Konsequenzen haben könnte. Tatsächlich nahm die Staatssicherheit diesen auch zum Anlass, wegen des „feindlich negativ formulierten“ Antrages, eine „OPK“ (Operative Personenkontrolle) einzuleiten.  Ich habe die Akte gelesen, und glaubt mir… das wäre guter Stoff für einen Politthriller. Fazit war: Lieber raus mit denen.

Vor kurzem haben wir erst wieder darüber gesprochen wie schnell dann alles ging. Hektik und Zeitdruck prägte alles, denn von der Nachricht des angenommenen Ausreiseantrages bis zur Abreise lagen nur ca. 4 Wochen. Der Neustart im Westen war völlig ungewiss und zunächst „wirtschaftlich“ gesehen ein Abstieg. Stell Dir vor du verlässt eine abbezahlte Doppelhaushälfte mit riesigem Garten, ein Luxus-Auto (ein Skoda war damals wie hier ein Mercedes) und einen planwirtschaftlich sicheren Job quasi ohne materielle Gegenleistung. Würdest Du für die Freiheit Deiner Kinder alles zurücklassen? Meine Eltern taten dies im Vertrauen auf Gott.

So standen wir am 08.April 1986 (also 2 Tage vor meinem 6. Geburtstag) zu fünft mit je einer Tasche auf dem Bahnsteig Richtung Westen. Im“Auffanglager“ Gießen mussten meine Eltern zwischen Tür und Angel noch schnell entscheiden… Baden-Württemberg oder Bayern? Ein Jobangebot aus Esslingen machte dann eine klare Tür nach Baden-Württemberg auf. Via Zwischenstopp in Rastatt landeten wir schließlich im Wohnheim in Schorndorf. Dort durften wir für ca. 4 Monate in einer 1 Zimmer (16 m²) Unterkunft wohnen.

Wie schön, dass Gott den Weg meiner Eltern mit Zusprüchen aus seinem Wort begleitete:

Die Tageslosungen aus dieser Zeit sprechen für sich:

Am 07.April 1986 – der Tag an dem die Koffer gepackt wurden: 1. Mose 12, 4

Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.

Am Einzugstag in die erste Mietwohnung Ende August 1986: Nehemia 2 Vers 20:

Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen, denn wir, seine Knechte, haben uns aufgemacht und bauen wieder auf.

Mein Vater und meine Mutter gingen im Vertrauen auf Gott auf diese Reise. Es gibt ähnliche Fälle, nicht so gut ausgegangen sind. Hier wurden die Kinder den Eltern weggenommen und die Eltern inhaftiert. Nein, das war kein Schicksal. Das war der Segen von dem die Bibel in Jeremia 17, 7+8 spricht:

Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Zuversicht der HERR geworden ist! Denn er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln am Bach ausstreckt, der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt, sondern seine Blätter bleiben grün; auch in einem dürren Jahr braucht er sich nicht zu sorgen, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.

Ihr habt an diesem Einblick in die Geschichte meiner Familie gesehen, wie viel Bewahrung wir erfahren durften. So viele kleine und große Entscheidungen mussten getroffen werden, so viel hätte schief gehen können.

Das war natürlich noch nicht alles auf das ich dankbar zurückblicke. Du kannst also gespannt sein, denn bald erzähle ich das nächste Kapitel.

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