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Lass Dich nicht von Deinem Gehirn austricksen.

„Herr schmeiß Hirn ra.“

Wer kennt nicht diesen Spruch? Es bedeutet ja im Grunde, dass wir manchmal den Kopf schütteln über andere, die schlechte Entscheidungen treffen, oder etwas dummes machen. Aber wer Gebhardts-Soulfood kennt, der weiß, dass wir nicht auf andere zeigen wollen, sondern darauf, was jeder selbst tun kann.

Deshalb soll es heute darum gehen, etwas über unser Gehirn zu lernen. Grundsätzlich ist unser Gehirn hochleistungseistungs- und lernfähig. Dafür sollten wir es regelmäßig trainieren und in Bewegung halten.

Im Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman durfte ich viel Neues über unser Gehirn lernen. Aber zunächst ein kurzer Film über die Leistungsfähigkeit unseres Gehirnes.

Wie Du siehst, hat unser Gehirn also einiges drauf. Aber, es kann uns auch täuschen. Nicht aus bösem Willen, sondern weil es vor allem auch eins möchte… nämlich Energie sparen… man könnte auch sagen, weil es faul ist. 😉

Daniel Kahneman beschreibt in seinem Buch, dass unser Gehirn 2 verschiedene Systeme verwendet mit denen wir arbeiten.

System 1 – schnelles Denken

„System 1“ ist das sogenannte „schnelle Denken“. Es kommt zum Beispiel bei folgender Aufgabe zu tragen: Was ist 2+2?….. Na das ging schnell oder? Und vor allem mühelos. Genau hier brilliert unser „System 1“, nämlich dann, wenn wir einfache und bekannte Dinge zu erledigen haben. Dieses System 1 kann durch Training unsere Leistungsfähigkeit immens steigern. So denkt ein Schachprofi eben nahezu mühelos viele Züge im Voraus, oder ein Fußballprofi spielt intuitiv den Ball genau richtig in den Lauf des Stürmers. Es passiert ohne anstrengendes, aktives Nachdenken. Es ist sozusagen unser Unterbewusstsein.

System 2 – langsames Denken

„System 2“ hingegen ist für das anstrengende „langsame Denken“ verantwortlich und löst die beispielsweise schwierigere Aufgabe: Was ist 24 x 17, oder liest einen langen Text mit dem Auftrag Ihn auf Rechtsschreibfehler zu kontrollieren. Die Arbeit in diesem System ist für unser Gehirn anstrengender, wir müssen uns konzentrieren um diese Aufgaben zu lösen. Es ist sozusagen unser bewusstes Nachdenken.

Doch was hilft es, diese beiden Systeme zu kennen? Ich möchte Euch 2 Bereiche unseres Lebens zeigen, auf die es Auswirkungen hat.

1. Impulsdenken

Kahneman bewieß durch seine Forschung, dass sich „System 2“ gerne durch „System 1“ beraten lässt, wenn es um Entscheidungen geht. So zeigte er durch viele Experimente, dass wir aufgrund dessen in der Gefahr stehen voreilige Schlüsse zu ziehen. Eines seiner Experimente war das „Schläger – Ball Experiment“.

Ein Tischtennisschläger und ein Ball kosten zusammen 1,10 €. Der Schläger ist 1 € teurer als der Ball. Wieviel kostet der Ball?

Welche Antwort, kommt dir schnell in den Kopf? 10 Ct ? Dann rechne lieber nochmal genau nach ;-).

In meinem Job als Führungskraft, muss man sich auf veränderte Rahmenbedingungen und Probleme schnell einstellen. Dabei braucht es einen guten Plan. Weder der erste schnelle Gedanke, noch „Wir machen alles wie früher“ bringt die beste Lösung. Beides wäre nämlich gleichzusetzen mit der schnellen und bequemen „10 cent“ Antwort. Bei weiterem Nachdenken (System 2) kämen wir nämlich auf die richtige Lösung, die übrigens 5 Cent ist. Natürlich trifft das auch in anderen Bereichen des Lebens zu.

Hier kommt mir auch ein Vers aus der Bibel in den Sinn, der mich immer wieder dazu leitet in Demut in meinem Denken beweglich zu bleiben und nicht dem erstbesten Impuls nachzugeben.

„Prüft jedoch alles und das Gute behaltet.“

Brief von Apostel Paulus an die Thessalonicher Kapitel 5,21


2. Denkmuster

Eine echte „Täuschung“ unseres Gehirnes, die ich in dem Buch von Kahneman gelernt habe, hat mich besonders angesprochen, da Sie ein Problem der aktuellen Medienwelt verdeutlicht. Die sogenannte „AUFMERKSAMKEITSKASKADE„.

Diese besagt, dass „System 1“ unser Gehirn nach schnell verfügbaren Informationen und persönlichen Erfahrungen durchsucht um z. B. das Risiko, oder die Wichtigkeit einer Sache zu bewerten. Das kann auch „gefühlt“ richtig sein. Kahnemans Experimente befassten sich aber mit statistisch klar meßbaren Themen und die Überprüfung ergab mit einer erschütternd hohen Wahrscheinlichkeit, dass wir eine falsche Bewertung vornehmen.

Auch hier ein Beispiel: Wenn Du Dir einen Bericht über einen Flugzeugabsturz im Fernsehen oder Internet ansiehst, dann wirst DU unterbewusst (System 1) zum Schluss kommen, „Fliegen ist gefährlich“. Vielleicht wirst DU sogar vor dem nächsten FLug etwas zögern. Tatsächlich besagt die die Unfallstatistik klar, dass die Autofahrt zum Flughafen um ein vielfaches gefährlicher ist als der Flug in einem Passagierflugzeug. Je mehr Berichte Du darüber ansiehst, desto stärker verfestigt sich dieses Bild in unserem System 1.

So und jetzt kommt Dein persönlicher Medienkonsum ins Spiel…

Womit Du dich auch immer regelmäßig beschäftigst, seien es einseitige Berichterstattungen zu Politik, Migration, Feinstaub oder dem JungelCamp… es wird Dein Denken nicht nur beeinflussen, es wird Dein Denken prägen. Das hat auch Jesus Christus trefflich formuliert.

Denn wovon das Herz erfüllt ist, das spricht der Mund aus.

Jesus Christus im Lukas Evangelium Kapitel 6, 45

Meine Empfehlung: Hinterfrage Deine gebildete Meinung immer wieder und beleuchte Sie von mehreren Seiten. Sich auch selbst korrigieren zu können, ist eine wichtige Eigenschaft auf dem Weg zu einer stabilen Persönlichkeit. Auch dazu ein Spruch aus der Bibel vom Weisen König Salomo der natürlich nicht nur für Söhne, sondern auch für Töchter gilt.

Mein Sohn, achte darauf, dass Du die Weisheit und die Besonnenheit nie aus den Augen verlierst.

Buch der Sprüche 3, 21

Zuletzt stehen wir in Verantwortung, welche Meinung wir wie von uns geben. Eine unreflektierte subjektive, oder vielleicht doch eine bedachte und weise Meinung.

Nimm dieses Thema doch mit in Deine nächste Woche und beginne Dein Denken immer wieder zu überprüfen. Auf Dauer wirst Du und die Menschen um Dich herum die Veränderung bemerken.


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